Die Top 10 Anti‑Panzer‑Raketen

Was sind die Top 10 Anti‑Panzer‑Raketen?
Anti‑Panzer‑Raketen (ATGMs) bilden die Speerspitze der Infanterie gegen moderne Kampfpanzer. Diese tragbaren oder fahrzeuggestützten Systeme kombinieren präzise Lenkverfahren mit leistungsstarken Gefechtsköpfen, um gepanzerte Ziele auf große Entfernungen auszuschalten. Fire‑and‑forget‑Waffen wie die Javelin ermöglichen dem Schützen nach dem Abschuss sofortige Deckung zu suchen, während lasergelenkte oder drahtgebundene Systeme wie Stugna‑P und Metis‑M1 kostengünstige Alternativen bieten.
Dieser Beitrag basiert auf gründlicher Recherche der neuesten Generation von Panzerabwehrwaffen. Die hier präsentierte Rangliste stellt zehn bemerkenswerte ATGMs vor, erklärt, warum jedes seinen Platz verdient, nennt (soweit verfügbar) ungefähre Preise und hebt die wichtigsten Merkmale hervor, die diese Waffen auf zeitgenössischen Schlachtfeldern unverzichtbar machen.
Liste der Top 10 Anti‑Panzer‑Raketen
| Rang | ATGM | Land | Gewicht | Reichweite | Führung | Durchschlagskraft | Geschätzter Stückpreis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | FGM‑148 Javelin | USA | ≈ 22,3 kg | 2,5 – 4 km | IR „fire‑and‑forget“ | Tandem‑HEAT, durchbricht ERA | ca. $216 000 |
| 2 | Spike‑Familie | Israel | 13 – 34 kg (je nach Version) | 2,5 – 10+ km | EO/faseroptisch, fire‑and‑forget & fire‑observe‑update | Tandem oder Multi‑Effekt (bis >900 mm) | ≈ €195 000 (NLOS) |
| 3 | NLAW | Schweden/UK | < 13 kg | 20 – 800 m | PLOS, Overfly Top Attack | Penetriert >500 mm Panzerung | ≈ $33 000 |
| 4 | 9M133 Kornet | Russland | ~26 kg | 0,1 – 5,5 km (10 km mit neueren Varianten) | Laserstrahl‑Reiten | 1 100 – 1 300 mm | ≈ $26 000 |
| 5 | TOW 2 | USA | ≈ 22 kg | 3,75 – 4,5 km | Drahtgebunden (SACLOS) | Tandem‑HEAT oder EFP >900 mm | ≈ $100 000 |
| 6 | Akeron MP (MMP) | Frankreich | ≈ 15 kg | bis 4 km | Fire‑and‑forget & Faseroptik‑Datenlink | Multi‑Effekt‑Gefechtskopf | ≈ €120 000 |
| 7 | HJ‑12 | China | ≈ 17 kg | 75 m – 2 km (IR) / bis 4 km (TV) | IR/TV fire‑and‑forget | Penetriert ~1 100 mm | ≈ $7 000 pro Rakete |
| 8 | Brimstone II | UK | ≈ 50 kg | 7 – 25+ km | Mmw‑Radar & Laser, dual‑mode | 6,3 kg Tandem‑HEAT | ≈ £175 000 |
| 9 | Stugna‑P | Ukraine | ~29,5 kg (Rakete) / 32 kg (Werfer) | bis 5 km | Laserstrahl (SACLOS) & Fernbedienung | bis 800 mm | ≈ $20 000 |
| 10 | Metis‑M1 | Russland | ≈ 23,8 kg | 80 m – 2 km | Drahtgebunden (SACLOS) | 900 – 950 mm | ≈ $15 500 |
Details zu den Top 10 Anti‑Panzer‑Raketen
Hinweis: Die folgende Rangfolge basiert auf einer ausgewogenen Bewertung. Sie berücksichtigt technische Leistungsdaten, Kampferfahrungen, internationale Verbreitung, Durchschlagskraft, Kosten und Anpassungsfähigkeit. Die Preise sind Schätzwerte und variieren je nach Version, Vertrag und Landeswährung.
1. FGM‑148 Javelin (USA) – ca. $216 000 pro Rakete
Grund für Rang #1: Die Javelin ist wohl die bekannteste tragbare „fire‑and‑forget“-Waffe. Dank ihres Infrarot‑Suchers, der dem Bediener nach dem Abschuss erlaubt, sofort Deckung zu suchen, revolutionierte sie das Panzerabwehrfeuer. Die tandem‑HEAT‑Ladung kann moderne Explosiv‑Reaktivpanzerung durchschlagen und bietet somit erhebliche Überlegenheit. Neuere Versionen erhöhen die Reichweite von 2,5 km auf bis zu 4 km und bleiben trotz des vergleichsweise hohen Preises eines der zuverlässigsten Systeme der Welt.
Hauptmerkmale:
- Leicht tragbar (≈22 kg) und durch soft‑launch aus Gebäuden einsetzbar.
- Infrarot‑Sucher mit wählbarem Top‑Attack‑ oder Direktschuss‑Modus.
- Tandem‑HEAT‑Gefechtskopf durchdringt ERA und schwere Panzerungen.
- Digitales Interface ermöglicht Training mit Simulationen.
2. Spike‑Familie (Israel) – ab ca. €195 000 pro Rakete
Grund für Rang #2: Die Spike‑Serie der israelischen Firma Rafael deckt mit Varianten von MR über LR2 bis ER2 und NLOS eine enorme Einsatzspanne ab. Die meisten Modelle kombinieren elektro‑optische Sensoren mit einem Faser‑ oder Funkdatenlink, sodass der Schütze das Ziel nach dem Abschuss neu anvisieren kann (fire‑observe‑update). Die Reichweite reicht von 2,5 km (MR) bis 10 km (ER2) und bei der Spike NLOS sogar bis 50 km. Dank wählbarer tandem‑HEAT‑ oder Mehrzweckgefechtsköpfe kann die Spike moderne Panzerungen und Bunker bekämpfen.
Hauptmerkmale:
- Modularer Aufbau; Varianten für Infanterie, Fahrzeuge, Hubschrauber und Schiffe.
- Fire‑and‑forget sowie Fire‑Observe‑Update über Glasfaser oder Funk.
- Tandem‑HEAT‑ oder Multipurpose‑Gefechtsköpfe mit hoher Durchschlagskraft.
- Weltweite Nutzung in über 39 Ländern; mehr als 30 000 Raketen produziert.
3. NLAW (Schweden/UK) – ca. $33 000 pro Rakete
Grund für Rang #3: Die NLAW kombiniert Leichtigkeit mit der Fähigkeit, auch modernste Kampfpanzer auszuschalten. Mit einem Gewicht von unter 13 kg ist sie für Einzelsoldaten konzipiert und besitzt zwei Angriffsmethoden: Overfly Top Attack zur Bekämpfung von Panzern und Direktbeschuss gegen leicht gepanzerte Ziele. Ihr PLOS‑System (Predicted Line of Sight) ermöglicht die Zielerfassung innerhalb von fünf Sekunden, danach fliegt die Rakete autonom und trifft von oben.
Hauptmerkmale:
- Kompaktes Einweg‑System mit geringer Signatur, ideal für urbane Einsätze.
- PLOS‑Führung: Der Schütze verfolgt das Ziel nur kurz, die Rakete berechnet die Vorhaltebahn.
- Tandem‑Gefechtskopf durchdringt mehr als 500 mm Panzerung.
- Geringer Stückpreis und hohe Verfügbarkeit.
- Einwegwerfer mit 20‑jähriger Lagerfähigkeit und wartungsfreiem Aufbau.
4. 9M133 Kornet (Russland) – ca. $26 000 pro Rakete
Grund für Rang #4: Die russische Kornet‑Familie ist eine der leistungsstärksten lasergelenkten Panzerabwehrwaffen. Sie erreicht eine Reichweite von 5,5 km bei Tag und 4,5 km bei Nacht; neuere Varianten mit verlängerter Rakete kommen auf bis zu 10 km. Der tandem‑HEAT‑Gefechtskopf durchschlägt 1 100 – 1 300 mm Panzerstahl und kann alternativ durch einen thermobarischen Sprengkopf ersetzt werden. Trotz ihrer Größe bleibt die Kornet aufgrund des vergleichsweise niedrigen Preises weltweit gefragt.
Hauptmerkmale:
- Laserstrahl‑Reiten mit hoher Resistenz gegen elektronische Störung.
- Tag‑ und Nachtsichtgeräte, optional montierbar auf Fahrzeuge und Geschütztürme.
- Varianten mit Reichweiten bis 10 km und wahlweise thermobarer Sprengkopf.
- Kostengünstig im Vergleich zu westlichen Systemen.
5. TOW 2 (USA) – ca. $100 000 pro Rakete
Grund für Rang #5: Als eines der ältesten noch produzierten ATGMs hat die drahtgelenkte TOW‑Familie ihre Zuverlässigkeit in zahlreichen Konflikten bewiesen. Die neuesten Varianten TOW 2A/B verwenden tandem‑HEAT‑ beziehungsweise EFP‑Gefechtsköpfe und erreichen 3,75 km Reichweite, während die Aero‑Version 4,5 km schafft. Aufgrund der relativ niedrigen Fluggeschwindigkeit erfordert sie jedoch, dass der Schütze die Zielverfolgung bis zum Einschlag beibehält.
Hauptmerkmale:
- SACLOS‑Führung über Draht oder Funk; robust gegen elektronische Gegenmaßnahmen.
- Tandem‑HEAT‑Gefechtskopf für reaktive Panzerungen oder EFP‑Wirkladung für Überkopf‑Attacke.
- Im Verhältnis zur Größe günstiger als Javelin, aber teurer als russische Systeme.
6. Akeron MP (Frankreich) – ca. €120 000 pro Rakete
Grund für Rang #6: Der frühere Name dieses französischen 5.-Generation-Systems ist „Missile Moyenne Portée“ (MMP). Es kombiniert einen ungekühlten Infrarot‑Sensor und eine TV‑Kamera mit einem Faseroptik‑Datenlink, sodass der Schütze das Ziel während des Fluges wechseln oder die Rakete unterbrechen kann. Mit einer Reichweite von 4 km und einem Mehrzweckgefechtskopf ist das Akeron MP nicht nur gegen Panzer, sondern auch gegen Infrastrukturziele geeignet.
Hauptmerkmale:
- Fire‑and‑forget oder man‑in‑the‑loop über Faseroptik.
- Ungekühlter IR‑Suchkopf für reduzierte Logistik.
- Gefechtskopf mit wahlweise panzerbrechender oder Spreng‑/Splittersprengladung.
- Digitale Schnittstelle ermöglicht Integration in vernetzte Gefechtsführung.
- Faseroptik‑Datenlink erlaubt Zielwechsel während des Fluges und reduziert Kollateralschäden.
7. HJ‑12 (China) – ca. $7 000 pro Rakete
Grund für Rang #7: Die chinesische HJ‑12 („Red Arrow 12“) ist ein tragbares fire‑and‑forget‑System der dritten Generation. Mit nur 17 kg Gewicht und einer weichen Startvorrichtung kann sie aus geschlossenen Räumen abgefeuert werden. Ihr 8,4 kg schwerer tandem‑HEAT‑Gefechtskopf durchdringt rund 1 100 mm Panzerstahl und die IR‑Variante erreicht 2 km, während die TV‑Variante 4 km schafft. Zudem ist das System erheblich günstiger als westliche Pendants, wobei der Werfer wiederverwendbar ist.
Hauptmerkmale:
- Fire‑and‑forget mit wahlweise IR‑ oder TV‑Sucher.
- Weiche Startvorrichtung für den Abschuss aus Gebäuden.
- Tandem‑HEAT‑Gefechtskopf mit hoher Penetration.
- Sehr günstiger Stückpreis; Werfer wiederverwendbar.
- Wiederverwendbarer Werfer senkt die Betriebskosten; die Raketen selbst sind relativ günstig.
8. Brimstone II (UK) – ca. £175 000 pro Rakete
Grund für Rang #8: Brimstone wurde ursprünglich als luftgestützte Panzerabwehrwaffe entwickelt, wird aber dank seiner kompakten Bauweise auch auf Seeplattformen und Bodenfahrzeugen verwendet. Das System kombiniert Millimeterwellen‑Radar mit einem halbaktiven Lasersucher und kann so bewegliche und stationäre Ziele autonom erfassen. Die neueren Varianten Brimstone 2 und 3 erreichen Reichweiten von über 25 km; damit ist Brimstone eine der wenigen ATGMs mit echter Standoff‑Fähigkeit.
Hauptmerkmale:
- Dual‑Mode‑Sucher: Millimeterwellen‑Radar für automatisches Zielsuchen, halbaktiver Laser für gezielte Einsätze.
- 6,3 kg Tandem‑Gefechtskopf wirksam gegen schwere Panzer.
- Hohe Geschwindigkeit und programmierbare Anflugprofile.
- Expansive Reichweite (7 – 25 km+) ermöglicht Bekämpfung aus großer Entfernung.
- Brimstone 2 erreicht über 25 km; zukünftige Brimstone 3‑Varianten sollen bis zu 60 km reichen.
9. Stugna‑P (Ukraine) – ca. $20 000 pro Rakete
Grund für Rang #9: Dieses ukrainische System zeigt, wie kosteneffiziente Technik eine effektive Panzerabwehr liefern kann. Die Stugna‑P schießt 130‑ oder 152‑mm‑Raketen ab, deren tandem‑HEAT‑Gefechtsköpfe bis zu 800 mm Panzerung durchdringen. Die Besonderheit ist eine kabelgebundene Fernbedienkonsole: Der Bediener kann bis zu 50 m vom Werfer entfernt arbeiten, um sich vor Gegenfeuer zu schützen. Die Reichweite beträgt bis zu 5 km (5,5 km laut einigen Quellen) bei Tag und 3 km bei Nacht.
Hauptmerkmale:
- Semi‑automatische Laserstrahlsteuerung (SACLOS) mit Fernsteuerung.
- Verschiedene Gefechtsköpfe: tandem‑HEAT, thermobarisch oder hochexplosiv.
- Relativ niedriger Preis und leichter Aufbau (Gesamtsystem ≈60 kg).
- Fernbedienbare Konsole erlaubt dem Bediener, bis zu 50 m vom Werfer entfernt zu bleiben.
- Erfolgreich im ukrainischen Konflikt gegen russische Panzer eingesetzt.
10. Metis‑M1 (Russland) – ca. $15 500 pro Rakete
Grund für Rang #10: Der Metis‑M1 ist ein leichtes, drahtgelenktes System, das eine kostengünstige Lösung für nahe Entfernungen bietet. Der Gefechtskopf kann 900 – 950 mm Panzerstahl durchschlagen. Obwohl die Reichweite auf 2 km begrenzt ist, schätzen leichte Infanterieeinheiten die kompakte Bauweise und das Gesamtgewicht von nur 23,8 kg. Der niedrige Stückpreis macht Metis‑M1 zu einer beliebten Exportwaffe für Länder mit begrenztem Budget.
Hauptmerkmale:
- Semi‑automatische Drahtlenkung mit einfacher Bedienung.
- Tandem‑HEAT oder thermobarischer Gefechtskopf.
- Sehr leichte und kompakte Bauform.
- Niedriger Beschaffungspreis von ca. $15 500 pro Rakete.
- Auch mit thermobarischem Gefechtskopf erhältlich, wodurch Bunker und Infanteriestellungen bekämpft werden können.
Warum sind diese Anti‑Panzer‑Raketen so wichtig?
Die oben vorgestellten ATGMs verdeutlichen die enorme Bandbreite moderner Panzerabwehrmöglichkeiten – von tragbaren Einweg‑Waffen bis zu weitenreichenden standoff‑fähigen Systemen. Sie revolutionieren die Kriegsführung aus mehreren Gründen:
- Flexibilität: Die Raketen können von Infanteristen getragen oder auf Fahrzeugen, Schiffen und Hubschraubern eingesetzt werden. Verschiedene Gefechtsköpfe erlauben den Einsatz gegen Panzer, Bunker oder weiche Ziele.
- Führungstechnologie: Fire‑and‑forget‑Systeme reduzieren das Risiko für den Schützen, während draht‑ oder lasergelenkte Waffen kostengünstige Alternativen bieten.
- Durchschlagskraft: Tandem‑Gefechtsköpfe und moderne Sensoren ermöglichen den Durchschlag komplexer reaktiver Panzerungen und sogar Hartzielangriffe.
- Kosten‑Nutzen‑Effizienz: Einfache Modelle wie NLAW, Stugna‑P oder Metis‑M1 liefern Panzerabwehrfähigkeit zu relativ niedrigen Kosten, während High‑End‑Systeme wie Javelin oder Spike maximale Wirksamkeit gegen hochgeschützte Ziele bieten.
- Schnelle Verlegbarkeit: Tragbare Systeme können in urbanen Räumen und schwierigem Gelände eingesetzt werden, während fahrzeuggebundene oder luftgestützte Varianten lange Reichweiten abdecken.

Fazit
Die hier vorgestellten Top 10 Anti‑Panzer‑Raketen zeigen, wie sich moderne Kriegsführung an unterschiedliche Bedrohungen anpasst. Vom revolutionären „fire‑and‑forget“ der Javelin über die vielseitige Spike‑Familie bis hin zu kostengünstigen regionalen Systemen wie Stugna‑P und Metis‑M1 deckt die Auswahl das gesamte Spektrum von Leistungsfähigkeit, Technologie und Budget ab. Während westliche Waffen häufig höhere Preise und modernste Sensorik bieten, erreichen russische, chinesische und ukrainische Systeme mit einfacherer Technik beeindruckende Durchschlagskraft und Reichweite. Mit fortschreitender Entwicklung – beispielsweise bei Brimstone 2 oder zukünftigen Laser‑ATGMs – werden diese Raketen weiterhin eine Schlüsselrolle auf dem Gefechtsfeld spielen.
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet fire‑and‑forget‑Systeme von draht- oder lasergelenkten Raketen?
Fire‑and‑forget‑Raketen wie die Javelin oder HJ‑12 besitzen einen eigenen Infrarot‑ oder Radarsucher und benötigen nach dem Abschuss keine weitere Zielverfolgung durch den Schützen. Draht‑ (TOW 2, Metis‑M1) oder lasergelenkte Systeme (Kornet, Stugna‑P) erfordern, dass der Bediener das Ziel bis zum Einschlag beleuchtet bzw. im Fadenkreuz hält. Erstere erhöhen die Überlebenswahrscheinlichkeit des Bedieners, sind jedoch teurer und technisch aufwendiger.
Warum variiert die Reichweite der Spike‑Familie so stark?
Die Spike‑Serie umfasst mehrere Modelle: Spike‑MR (bis 2,5 km), Spike‑LR2 (5,5 km vom Boden oder 10 km vom Hubschrauber), Spike‑ER2 (10 – 16 km) und Spike‑NLOS (bis 50 km). Die Länge der Rakete, der verwendete Motor und die Missionsanforderungen bestimmen die Reichweite. Längere Varianten nutzen größere Feststoffmotoren und können so weiter fliegen.
Welche Rolle spielen Kosten bei der Beschaffung von ATGMs?
Die Kosten sind ein wesentlicher Faktor, aber nicht das einzige Kriterium. Staaten wägen zwischen technischer Leistungsfähigkeit, logistischer Unterstützung, Kampfwert und Budget ab. Ein günstigeres System wie Stugna‑P kann sinnvoll sein, wenn die Kampfentfernung begrenzt ist, während Javelin oder Spike sich lohnen, wenn maximale Trefferwahrscheinlichkeit und Überlebensfähigkeit gefragt sind.
Gibt es neuere ATGMs, die hier nicht aufgeführt sind?
Ja. Laufend entwickeln Länder neue Systeme, etwa das brasilianische MSS 1.2 AC oder das indische Nag, die in Zukunft eine größere Rolle spielen könnten. Für diese Rangliste wurden jedoch die bereits einsatzerprobten und international verbreiteten Systeme gewählt. Bei künftigen Versionen wie Brimstone 3, Spike ER3 oder weiteren Laser‑ATGMs sind Reichweiten von 60 km und mehr zu erwarten.
Können Brimstone und Spike auch gegen Luftziele eingesetzt werden?
Brimstone 2 und Spike NLOS verfügen über Sensorik, die bewegliche Ziele automatisch verfolgen kann, weshalb sie in jüngster Zeit auch gegen kleine Boote oder Drohnen eingesetzt werden. Ihre primäre Aufgabe bleibt jedoch die Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge, und andere Luftverteidigungsraketen sind effizienter gegen Flugziele.
Über den Autor
Florian Fendt
Florian entdeckte seine Leidenschaft für den Modellbau als Jugendlicher und entwickelte schnell ein Talent für präzises Arbeiten und Detailverliebtheit. Heute ist er ein erfahrener Modellbauer bei Torro, spezialisiert auf historische Fahrzeuge. Sein Wissen und seine Erfahrungen teilt er, um Modellbau-Enthusiasten weltweit zu inspirieren und zu unterstützen.